Umzug

Nach wenigen Monaten, in denen ich meinen Spaß am bloggen auf dieser Seite ausgetestet habe, ist das druckkopfkino jetzt auf eine eigene Seite gezogen. Wer dem Link folgt landet direkt auf der neuen Seite blog.druckkopfkino.de. Außer der Adressänderung erwartet den Leser keine überraschende Neuerung. Das druckkopfkino enthält immer noch meine Ansichten zu aktuellen medientechnologischen Entwicklungen und Einsichten in meine Arbeit. Und es sieht immer noch so aus wie bisher – zumindest für die nächsten Wochen.

Ich freue mich darauf, euch auf druckkopfkino wieder zu sehen…

theoretisch ist es ja so…

Das Wochenende habe ich mit dem Runtertippen der für die Diplomarbeit benötigten Theorie verbracht. Wie üblich teile ich auch diesen Schritt mit meinen Lesern. Aus Zeitgründen findet sich die Diplomtheorie nahezu unformatiert als planer Text auf dieser Seite.

Wer bisher nicht verstanden hat, worum sich das ganze hier dreht findet in fünftausendsiebenhundertirgendwas Wörtern eine ganz grobe Erklärung des ganzen. Kritik an meiner Orthographie akzeptiere ich dankend.

Anschlag 429

^So wird es aussehen^, das Plakat zu unserer Diplomausstellung. Mittelmäßig überraschenderweise gab es auf die letzten Meter noch Änderungen an der Erscheinung. In Kürze folgt hoffentlich eine Version, deren Typo auf den Bildschirmansicht optimiert ist.

Erics Neunzehn

Nachdem die Entwicklung der Synchronopse weitestgehend beendet ist, arbeite ich gerade daran die wichtigsten Aussagen, mit denen ich meine Rezipienten konfrontieren will, in einen schönen Container zu packen. Um mir meiner wichtigsten Aussagen wieder bewusst zu werden und mich ein wenig heiß zu machen, lese ich mir viele alte Niederschriften durch. Unter Ihnen finden sich Eric Raymond’s neunzehn Regeln aus seinem Text The Cathedral and the Bazaar, einer Abhandlung über Softwareentwicklung nach dem Open-Source-Prinzip. Der Text ist an der Entwicklung einiger Open-Source-Projekte aufgezogen, aus denen er allgemeine Beobachtungen ableitet. Die Regeln fungieren als Eckpfeiler seiner Beobachtungen. Überraschend ist, wie gut einige davon auch in ein Handbuch für gute Gestaltung passen würden. Spätestens bei Regel drei, wisst ihr, was ich meine.

1. Every good work of software starts by scratching a developer’s personal itch.
2. Good programmers know what to write. Great ones know what to rewrite (and reuse).
3. Plan to throw one away; you will, anyhow.” (Fred Brooks, The Mythical Man-Month, Chapter 11)
4. If you have the right attitude, interesting problems will find you.
5. When you lose interest in a program, your last duty to it is to hand it off to a competent successor.
6. Treating your users as co-developers is your least-hassle route to rapid code improvement and effective debugging
7. Release early. Release often. And listen to your customers.
8. Given a large enough beta-tester and co-developer base, almost every problem will be characterized quickly and the fix obvious to someone. (Linus’s Law)
9. Smart data structures and dumb code works a lot better than the other way around.
10. If you treat your beta-testers as if they’re your most valuable resource, they will respond by becoming your most valuable resource.
11. The next best thing to having good ideas is recognizing good ideas from your users. Sometimes the latter is better
12. Often, the most striking and innovative solutions come from realizing that your concept of the problem was wrong.
13. “Perfection (in design) is achieved not when there is nothing more to add, but rather when there is nothing more to take away.”
14. Any tool should be useful in the expected way, but a truly great tool lends itself to uses you never expected.
15. When writing gateway software of any kind, take pains to disturb the data stream as little as possible—and never throw away information unless the recipient forces you to!
16. When your language is nowhere near Turing-complete, syntactic sugar can be your friend.
17. A security system is only as secure as its secret. Beware of pseudo-secrets.
19. Provided the development coordinator has a communications medium at least as good as the Internet, and knows how to lead without coercion, many heads are inevitably better than one.

die Welt in Bildern

Um dem Gehirn eine leicht zu dekodierendes Element in der Synchronopse zu geben, werden zu den gesammelten abstrakten Linien noch ausgewählte Bildelemente eingefügt. Konturen von bekannten Motiven, die sich ins kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt haben, werden den Jahren zugeordnet, in denen die Bilder entstanden sind.

Bilder, die noch auf Konvertierung in Pfade warten folgen diesen Zeilen. Über Anregungen bin ich wie immer äußerst erfreut. Im gleichen Zeit nehme ich auch Zeit an, die ich benutzen kann um die Bilder in Outlines zu konvertieren.

visual on the target


^Das wäre das Feiertagswerk.^

Und ein ziemlich fortgeschrittener Stand der Diplomarbeit. Auf der unteren Seite steht die bereits bekannte Auflistung medientechnologischer Entwicklungen. Darüber der ebenfalls bekannte Streifen, der die Anzahl Kriege innerhalb und außerhalb Europas darstellt. Darüber ist Darstellung der medientechnologischen Adaption durch die Menschen dargestellt.

Grau stellt die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland dar.
Gelb stellt den Anteil der Bevölkerung dar, der mit Fernsehen versorgt ist.
Magenta, leicht, den Anteil, der mit Internet versorgt ist.
Mangenta, medium, der, der mit Breitband versorgt ist.
Mangenta, schwer, die Anzahl .de-Domains.
Blau sind verfügbare deutsche Drucke.
Schwer zu erkennen am unteren Rand ist eine dünne Zeile, die die Anzahl an Bevölkerung dar stellt, die in der Medienbranche arbeiten.
Der Maßstab ist für alle Graphen der gleiche.

In der angestrebten Ausgabegröße 150cm x 600cm sind ein paar Feinheiten erkenntlich, die in der für Internet herunter gerechneten Variante leider untergehen. Mein Rechner arbeitet noch daran die .eps- Datei in ein entsprechend großes .gif umzurechnen. WordPress mag nämlich keine .svg’s.

Zur Zeit warte ich immer noch auf ein paar Zahlen, versuche eine bessere Farbkombination herauszufinden und die von mir intendierte Aussage deutlich dazu zu stellen. Jetzt erstmal widme ich mich den Feinheiten der nicht unwichtigen Papierwahl.

Strandgut

Wenn ich ein Script für ‘nen Kopfilm habe, den ich nicht sofort drehen kann, schreibe ich mir gerne kleine Memos, um das Material nicht zu verschwenden. Heut habe ich eins dieser Memos auf meinem Schreibtisch gefunden. Entweder wollte ich darauf festgehalten haben, was mich antreibt oder ich wollte festgehalten haben, was ich mir wünsche, was alle Menschen antreibt oder ich wollte mich daran erinnern welche Motivation ich nicht vergessen wollte oder…

Standgutauf meinem Schreibtisch

as time goes by

Internet im Brockhau

Die Zeit zwischen den Tagen verbringe ich in München, dort wo Familie und jede Menge Freunde wohnen. Die Arbeit am Diplom kann derweil natürlich nicht schlafen. Die letzten Tage habe ich viel Zeit damit verbracht, die von mir im Internet recherchierten Daten zur Mediengeschichte in einschlägigen Nachschlagewerken gegen zu checken.

Mit einschlägigen Nachschlagewerken meine ich vor allem die 19. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden. Mit Ledereinband und Goldbeschichtung. Aus eben jenem stammt das Foto am oberen ende dieses Beitrags. Der erste, der errät, welchen Begriff ich zwischen “interner Zinssatz” und”interne Wellen” gehofft hatte zu finden, bekommt einen Gutchein für das erste druckkopfkino-T-Shirt — sollte es jemals eins geben.

Auch wenn die 19. Auflage auf das Jahr 1989 datiert ist, bin ich doch etwas verwundert, dass der gesucht Begriff gar nicht auftaucht. Abgesehen über Lücken in Enzyklopedien konnte ich in den letzten Tagen folgendes lernen:
(1.) Wikipedia ist akkurater als die weit verbreitete Meinung sich zugeben traut. Von den 80 Daten habe ich nur zwei um jeweils ein Jahr korrigiert. Und beide Fälle waren “in dubio pro Druck”-Entscheidungen
(2.) Gedruckte Enzyklopädien sind unglaublich umständlich. Ohne die Möglichkeit des Hyperlinks wird weiteres Nachschlagen zu einer ewigen Aufgabe des Blätterns und Bücher aus dem Regal Ziehens. Ich sage nur “Telefon siehe ->Fernsprecher.”
(3.) Das Wikipedia-Phänomen gab es schon immer. Auf der Suche nach Druck wird der neugierig Suchende auch die Artikel zu Dromedar und Dreyfussaffäre lesen.

craft of warworld

links ist 1410, rechts 2008, weiß ist Krieg

^Das wäre dann mein Tageswerk.^ Eine Grafik aller seit 1410 geführten Kriege, eingebaut in die Entwicklungsgrafik der Medientechnologien. Links ist 1410, rechts 2008. Der Untergrund ist schwarz. Jeder Krieg färbt den schwarzen Hintergrund 10% weißer – in der Zeit, in der er statt findet. Quelle ist in diesem Fall eine Wikipedia-Liste.

Der eigentliche Plan war aus dem Verhältnis von real erlebten Kriegen und medial vermittelten einen Bezug zur allgemein Situation der (Massen-)Medialisierung aufzustellen. Zur Zeit lässt sich erstmal was über den Verlauf der Auseinandersetzung bewaffneter Konflikte aussagen – dachte ich zunächst.

Nach der Grafik lässt sich ja auf einen Anstieg der bewaffneten Konflikte in den letzten Jahrzehnten schließen. Irak-Krieg hin oder her, kam mir das von Anfang an spanisch vor, schließlich leben wir in einer Zeit, in der Frieden als Normalzustand angesehen wird, was im frühen Mittelalter nicht der Fall war. Die Erkenntnis: Die Grafik ist so schon ein Beleg für den Einfluss der Medien auf unser Weltbild. In der Grafik tauchen schließlich nicht alle Kriege auf, die seit 1410 geführt worden sind, sondern alle, die seit 1410 dokumentiert sind. Da sind bestimmt nicht alle aztekischen Stammesfehden erfasst, wohl aber der Fußballkrieg.

Schritt für Schritt

558 Jahre Medienentwicklung auf 480 Pixel

558 Jahre Medienentwicklung auf 480 Pixel Breite: ^So sieht’s aus.^
Wer mit dem hauptsächlich schwarzen Bild nichts anfangen kann: Auf einer Zeitleiste von links nach rechts sind bedeutende technologische Entwicklungen aufgetragen, die für menschliche Kommunikation von Relevanz ist. Jede Entwicklung wird durch einen Strich dargestellt. Jede Entwicklung eine Zeile länge als die Vorhergehende. Ausschlaggebend für diie Jahreszahl ist eher das Jahr der Marktreife, denn das Jahr der theoretischen Entwicklung, und eher für den europäischen Kontinent, denn für den Rest der Welt (Asien hat eine sehr lange Zeit eine parallele, unabhängige Entwicklung durchschritten). Wie man sehen kann, häufen sich die Errungenschaften im letzten Viertel.

Wer einen Klick wagt, darf eine größere Version der Grafik sehen – wenn er erwarten kann, bis die 2 MB herunter geladen sind… Dort kann man noch eine kleine Anzahl ausgewählter Kulturgeschichtlicher Ereignisse erkennen.
Wollt ich mal hergezeigt haben. Wem es zu müssig ist das Bild runterzuladen, dem seien die Daten hier als Liste gegeben. Fehlt was?

1450 Buchdruck mit beweglichen Lettern
1605 Zeitung
1712 Dampfmaschine
1748 metallene Schreibfeder
1783 Heißluftballonflug
1826 Fotografie
1832 Strom
1935 Tonband
1835 erste Zugfahrt
1837 Morsetelegraph
1853 Streckennetz zwischen den größten Städten vorhanden
1864 Fahrrad
1865 Fax
1866 Transatlantiktelegrafie
1876 Telefon
1876 Ottomotor
1979 elektrische Straßenbahn
1880 Edissons Glühlampe
1881 erste telefonischen Stadtnetze 1881
1887 Grammophon
1887 erste Autoproduktion
1888 Rollfilmkamera, Filmentwicklungsservice
1891 erste kontrollierte Flüge
1895 Omnibus
1895 Cinematoghraph
1900 Starrrluftschiff
1919 Verkehrsflugzeug
1919 regelmäßige Radioprogramme
1928 Leuchtstofflampe
1928 Start des Fernsehens
1936 Foto-Farbfilm
1937 Zuse Z1, erster Computer
1938 Kugelschreiber
1943 Langstrecken und Transkontinental-Verkehrsflugzeug
1946 ENIAC, erster digitaler, elektronischer Rechner
1948 Vinyl-Schallplatte
1952 A-Netz
1962 LED
1963 Compact Cassette
1969 ARPANET
1969 Erstflug der Boing 747
1973 Magnetschwebebahn
1973 Xerox Alto, erster PC
1976 kommerzielle Digitalkamera
1976 VHS
1978 TCP/IP
1979 Tabellenkalkulation
1981 Compact Disc
1982 Laptop
1984 Email, Deutschland
1986 erste kommerzielle ISP
1990 Photoshop 1.0
1991 miniDisc
1991 D-Netz / GSM
1993 CD-Brenner
1995 mp3
1995 Canon EOS DCS3, DSLR
1995 GPS (Global Positioning System=)
1995 DVD
1996 APS (Advanced Foto System)
1996 Powershot 600 (erste Powershot)
1998 Start von google
2000 Dial-Up-Flatrate
2000 Fotohandy
2001 Wikipedia
2001 bluetooth
2002 Blue-ray Disc
2003 myspace
2004 UMTS
2004 flickr
2004 erste deutsche Telefonflat
2005 youtube
2006 Canon EOS 400D (belilebteste D-SLR bei flickr)

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