Den Kopf auszulüften war eine gute Idee. So konnte mich Kevin Kellys Idee über die Vorteile von 1000 wahren Fans begeistern motivieren wie Applaus einen Schauspieler auf der Bühne.
Unter einem wahren Fan versteht er dabei jemanden, der jede Neuigkeit über einen bestimmten Künstler aufsaugt, alle seine Werke auswendig kennt, weite Fahrten zu dessen Ausstellung/Konzert/… in Kauf nimmt und die Weapons-Grade Plutonium-Edition eines Albums kauft, obwohl er die Songs umsonst bekommen kann. 1000 wahre Fans, so Kevin, reichen einem Künstler aus, um seinen Lebensunterhalt mit seiner Kunst zu verdienen. 1000 wahre Fans zu erhalten, heißt aber auch, täglich mit Ihnen in Kontakt zu treten, in welcher Form auch immer. 1000 wahre Fans seien zu wenig, sagen die einen. 1000 wahre Fans seien zu viel, sagen die anderen. Meiner Nase nach sollen sie über die genaue Anzahl streiten. Kevin relativiert diese Zahl in seinem Beiträg selbst, die Zahl sei ein Annäherungswert und zähle nur für eine Person, eine Band von zwei Mitgliedern brauche schon doppelt so viel, ein Manager zählt in diesem Sinne als zusätzlicher Künstler, die Zahl variiert für verschiedene Bereiche der Kunst, …
Die Rechnung ist offensichtlich zu einfach um einer betriebswirtschaftlichen Untersuchung stand zu halten. Der gesamte Text hat mich dennoch aus verschiedenen Gründen motiviert:
erstens Kevin beschreibt eine wirtschaftliche Nische zwischen Top100-Hit und Bedeutungslosigkeit, in der Künstler überleben können. Dabei muss dieser wesentliche Teile seiner Zeit für den Kontakt mit seinen Geldgebern verwenden, hat dafür aber die Möglichkeit frei von Verträgen seine Kunst zu machen.
zweitens Normalerweise finden sich in Texten über die Vermarktung von Kunst ausschließlich Beispiele aus dem Bereich der Musik. Kevin schreibt auch von Fotografen und darstellenden Künstlern und deren Beziehung zu Galeristen.
drittens Er spricht allerdings immer von Artisans, Künstlern, nicht von Designern. Eine der großen Unterschiede von Kunst und Design ist offensichtlich die Art, auf der beide Berufsgruppen ihre Geld verdienen. Designer geben sich nicht wie Künstler mit dem direkten Verkaufsverhältniss zum Endkunden ab, sondern scheinen ausschließlich b2b zu betreiben.
und Franzosen, Italiener, Portugiesen, Spanier, Japaner und Juden interessieren sich für die Thematik so sehr dass sie den Text freiwillig in ihre Sprache übersetzen. Deutsche nicht.
Jetzt wo ich motiviert bin, kann das Weiterarbeiten beginnen. Zum Schluss sei dem Wunderer über die Gründe des langen Ausfalls neuer Beiträge gesagt: Ich war im Urlaub. In einer der letzten Ecken Europas, die nicht über einen dauerhaften Internetanschluss verfügen. In diesem Sinne,
Ciao Belissimi!