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Winterputz

Jetzt wird aufgeräumt. Die Seite ist nun schon seit geraumer Zeit nicht mehr aktuell, die Diplompläne wurden mindestens einmal komplett verworfen und neu gestaltet. Nachdem ich nicht das Gefühl habe, jemand habe sich wirklich in die bisherigen Pläne eingelesen, spare ich mir die Überleitung von den alten auf die neuen Pläne und starte mit einer Einführung in aktuelle Gedanken.

Die Arbeit soll einige Punkte in Bezug auf den Einfluss von Medien auf das soziale Leben des Menschen klar stellen:

\\ Medien beeinflussen soziale Strukturen und persönliche Erfahrung.
\\ Die aktuelle Entwicklung der Medientechnik befreien den Konsumenten (Rezipienten) aus seiner Rolle als Empfänger und emanzipieren ihn zum gleich berechtigten Akteur in der Gestaltung seiner medialen Umwelt.
\\ Damit dringt der Konsument (Amateur) in ein Aufgabengebiet vor, das bisher von professionellen Gestaltern besetzt war.
\\ Das nimmt professionellen Gestaltern nicht komplett ihre Arbeit weg. Es gibt immer noch genug Information, da draußen, die nur durch die Aufbereitung eines professionellen Gestalters in verständliches Wissen verwandelt werden kann.
\\ die Synchronität der aktuellen Medien und die Emanzipierung des Konsumenten kann als Werkzeug dienen wenn man sie nicht als Bedrohung sieht.

Meine Erkenntnisse werde ich dem geneigten Rezipienten dadurch deutlich machen, dass sie aus einer Beobachtung der Medienentwicklung abgeleitet werden. Medien erweitern das Weltbild eines Menschen, indem sie ihm die Möglichkeit geben über die Begrenzung seiner Sinnesorgane hin Erfahrungen zu sammeln. Der Buchdruck gibt ihm die Möglichkeit Sätze von Menschen wahrzunehmen, die nicht in Hörreichweite sind. Die Fotografie gibt ihm die Möglichkeit Orte zu sehen, zu denen die physikalische Welt ihm die Sicht versperrt. Das Telefon gibt uns die Möglichkeit mit Menschen zu sprechen die… das Fernsehen… Massenmedien… Medien der Massen….

Und wie soll das nun aussehen? Zur Zeit so:

Stand der Arbeit vom  4.12.

Was das zu sagen hat erkläre ich im nächsten Beitrag. Oder im übernächsten. Zur Zeit bin ich noch auf der Suche nach einer Möglilchkeit die Entwicklung der Medientechnik seit 1450 in einer Zahl zu messen. Vorschläge akkzeptiere ich gerne.

medienalphabetismus

long time no see. Aber darüber verlier ich keine großen Worte, sondern mach direkt weiter mir einem 3-Minuten-Flick des Projektes New Media Literaracies, das irgendwie in Verbindung mit MIT zu stehen scheint. Für die wenigen Verfolger dieses blogs sind die Gedanken keine neuen, allerdings finde ich, dass die Arbeitsgruppe einige der Probleme und ihre Ursachen gut zusammenfassen. Da das Ding ist sehr flicky und cutty ist muss man aufmerksam hinhören und -sehen um die interessanten Gedanken rauszuhören. Dann is aber alles dabei. Brauch aber auch nicht wundern. Henry Jenkins, der Mann mit den grauen Haaren, setzt sich schon etwas länger mit dem Thema Medienpäödagogik, Medienwandel, Medienkultur etc. auseinander.

„Ooouh well, the laugh out loud cats! … They’re funny.“

Is gar nicht so lang her, dass ich über eins der erfolgreichsten Stücke Internetkultur geschrieben hab. Vor einer Woche ist den Kätzchen ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Weltherrschaft gelungen, der Sprung aus der virtuellen in die reale Welt. Der einzigen Ort der Welt, an dem die Grenzen zwischen den beiden Welten nicht mehr genau zu treffen sind, San Franciso, war Heimat für die erste LOLART-Ausstellung. Nach den Presseberichten ein voller Erfolg für alle Beteiligten

Jetzt mal im Ernst: So wird aus Internetkultur reale Kultur, aus Spinnerei Kunst. Die Coffee Bar, in der die Ausstellung statt fand, ist jetzt nicht das MOMA, aber so ist das nunmal mit den vom Himmel fallenden Meistern. Auf jeden Fall hat die Kuratorin große Pläne für ihre Kätzchen.

The goal is to start a lolart-movement and an internet art movement.

Sind wir auf dem Weg zu einem neuen Kunstbegriff? Weg vom institutionellen Kunstbegriff zu einem demokratischen, in dem die Bevölkerung selbst entscheidet, was sie in den Rang der Kunst erheben will?

Bevor ihr mich bittet auf den Boden zu kommen, bitte ich euch nicht abzuheben, wenn eure Ohren von den Kommentaren der Künstler, Galeristen und Kuratoren geschmeichelt werden. Respekt vor soviel Selbstbewusstsein und… Klasse. Splendid!

Quelle: youtube / SeanChapin1

Frank Dostal ist ein Dödel

Wem diese Aussage zu beleidigend erscheint, klammere sich an die nächste: Zumindest zeigt sich der Aufsichtsrat der GEMA in einer Debatte über das Urheberrecht wenig intellektuell. Es schmerzt schon ein wenig im Kopf, wenn er in einem Gespräch mit Johannes Kreidler kreative Arbeit, die auf einer oder mehrerer anderer Arbeit/en basiert, als minderwertig einstuft.

Gema-Vertreter Frank Dostal, selbst Texter und Musikproduzent von Hits wie dem „Lied der Schlümpfe“, wähnte sich unter den Verfechtern der Rekreativität deplaziert. Samplen und Zitieren sei ihm suspekt. Den Rückgriff auf vorhandenes ästhetisches Material bezeichnete er als  „Kadaverkunst“. Er sieht sich als echten Künstler, der beim Dichten noch in sich reinhorche, statt sich einfallslos bei fremden Werken zu bedienen. Dostal ließ bei der Schilderung seiner originären Arbeitsweise buchstäblich ins Schlafzimmer blicken: Während Komponisten wie Kreidler „Denksport“ betrieben, sitze er nackt im Bett, wälze sein bewährtes Reimlexikon und destilliere daraus Verse wie „Die Bayern finden lange Hosen dumm / und in Bagdad lief ich nur im Nachthemd rum“.
Quelle

Ich war bisher der Meinung, man könne von einem Verständnis von Kunst ausgehen, das die Arbeit eines Kreativen im jeweiligen Kontext bestehender kreativer Werke sieht. Mit Frankie gibt’s aber nun schon mal einen Kopf in der Chefetage der Reichsmusikverwaltungsbehörde, der am Geniemodell festhalten will, das Kreativtät als eine Gabe sieht, die wenige Menschen haben und ganz viele nicht. Da wundert’s mich nicht, dass die Diskussion um den Stellenwert kreativer musischer Arbeit im 21.Jh nicht vorankommen mag.

Bild zu diesem Beitrag gibt es diesmal keins. Das Portrait Frank Dostals, das die GEMA auf ihrere Seite zum Download anbietet würde eigentlich ganz gut passen. Der reichlich unpräzise Hinweis „© 2007 GEMA“ am unteren Ende der Seite, lässt mich jedoch vermuten, die Jungs schicken eine Horde Zombieanwälte auf mich, sollte ich das Bild ohne finanzielle Gegenleistung verbreiten. Warum es dann überhaupt runterzuladen ist, kann ich mir auch nicht so recht erklären. Gibt es da draußen jemanden, der Wert auf eine persönliche Kopie des Konterfeis Frank Dostals legt?

In diesem Kontext bin ich stolz ein Kadaverkünstler zu sein, oder zumindest ein Kadaverkreativer. Der Titel dieses Eintrags wurde nämlich aus dem Kadaver eines Zeit-Artikels wiedergeboren.

wreck a mag update

der größte Teil des Nachmittags is dafür drauf gegangen herauszufinden, wie breit man Bilder in diesem Theme für dieses WordPress einfügen kann ohne das irgendwelche Teile hinter einem imaginärem Bildrand verschwinden. Dann konnte ich letztendlich doch noch die Grafiken hochladen, dich ich schick erstellt hab’ um den Unterschied zwischen einem von mir angedachten wrack a mag und einem klassischen Magazin herauszuarbeiten. Ach, was solls, hau ich dir Bildchen auch noch hier rein g’schwind Die Erklärung dazu gibt’s auf der Unterunterseite wrack a mag.

unglaubliche Infografik, eins

unglaubliche Infografik, zwei

Abgesehen davon habe ich derbe Magenschmerzen, deswegen kommt das alles so uninspiriert rüber heute. Sry.

SocializA

Guten Morgen!

Na, welches soziale Netzwerk habt ihr heut morgen als erstes gecheckt? Facebook? StudiVZ? lokalisten? Worin seid ihr am meisten aktiv? Wo bekommt ihr … ach, wisst ihr was, interessiert mich eigentlich gar nicht, ich hab heut morgen ein eigenes soziales Netzwerk gegründet! Uups, darf ja gar keiner wissen, dass ich es war. Wie alle gremiumacht-Aktionen, gründet das soziale Netz nämlich jeder, der daran teilnimmt und niemand anders.

Wie auch immer. Ich liebe dieses Jahrhundert.

Kätzchen.

eine Katze, die auf einem metallenem... ACH DU MEINE GÜTE! ES IST MONORAIL CAT!

Es mag viele Wege geben an Reichtum, Ruhm und Macht zu kommen. Einer der erfolgreichsten diese Tage scheinen Kätzchen zu sein. Egal welche Topliste ich mir ansehe, Kätzchen sind immer dabei. Unter den meistgesehen flicks bei youtube: Kätzchen. Unter den besten Bildern der fotocommunity: Kätzchen.

Jajaja, das ist subjektiv wahrgenommen. Ich hab keine echten Belege, keine Statistiken und keine betriebswissenschaftliche Betrachtung dieser… es ist ja nicht mal eine richtige Theorie! Ich wollte den Beitrag auch gar nicht schreiben. Aber dann stolperte ich auf dem Weg ins druckkopfkino blog über die WordPress VIP-Hosting-Seite über… Kätzchen.

wieder ein Katze, die... kann es sein? MONORAIL CAT!!!

Alexa listet eine eigene Kategorie für lolcats, also Kätzchen. Top-Seite in der Liste: icanhascheezburger.com, eine Seite nur mit Bildern von Kätzchen, hält Rang 2.411, wohingegen fotocommunity.com, eine Seite für alle möglichen Arten von Fotos, es mit Mühe und Not auf Rang 22.869 schafft!!!

Nicht, dass das genug wäre!! Sogar aus Untergrund des Internet operieren die Kätzchen! Obwohl diese beiden zwei Millionen Aufrufe mehr haben als das beste Kätzchenvideo, dass in in der youtube-Topliste auftaucht, sind sie selbst nicht vertreten.

Och ne, schon wieder MONORAIL CAT!!!

Was ich eigentlich sagen wollte: Kann mir jemand in den nächsten Monaten ein Kätzchen leihen?

3…2…1… los geht’s! und zwar mit der Verantwortung des Designers

Seit heute wird die Diplomarbeit offiziell angemeldet sein. Die Vermischung aus Vergangenheit „seit heute“ und Zukunft „wird“ benutze ich, weil ich nicht genau weiß, wann mein Prüfer das Anmeldeformular im Sekretariat abgibt. Der offizielle Titel der Arbeit steht auf jeden Fall erstmal fest:

„Chancen und Verantwortung des Gestalters im veränderten medialen Kontext des 21. Jh.“

Eine sachliche Beschreibung passte meiner Meinung nach am besten auf ein offizielles Dokument, wie die Diplomurkunde. Und der Titel umfasst – egal wie sich die Arbeit entwickelt gut ihre verschiedenen Aspekte. In einem kurzen Gespräch mit meinem Erstbetreuer hat sich dabei herausgestellt, dass wir in der Ausrichtung der Arbeit leicht unterschiedliche Vorstellungen haben. Wo ich bisher vor allem in Richtung Möglichkeiten innovativer Gestaltung recherchiert habe, sähe er den Fokus gerne auf den Aspekt Verantwortung gerichtet. Spannend ist das Thema Verantwortung – im Sinne einer Medienethik – auf jeden Fall. Mein Betreuer sieht die Verantwortung des Gestalters vor allem als eine Verantwortung vor dem selbst produzierten Inhalt. Dieser Aspekt ist relativ alt und findet vor allem Anwendung für asymmetrische Medien, in denen eine kleine Anzahl Medienschaffender Inhalte einer großem Menge an Konsumenten zur Verfügung stellt. Würden die Verfasser der Bibel noch leben, könnte man sie für die Folgen ihres Werkes, verantwortlich machen. Aufgelöst wird diese Verantwortung im 21. Jh. jedoch nicht. Also schreiben wir an die Tafel.

Verantwortung des Gestalters

1. Verantwortung für die eigenen Inhalte und deren formale Darstellung

Einen Inhalt formell aufzubereiten ist eine Möglichkeit zu gestalten, heutzutage. Einer meiner Diplomkollegen stellt sich jedoch die Aufgabe, um ein Produkt eine Community zu erstellen. In diesem Fall können in der Community Motive für eine Gürtelschnalle mit wechselbarem Inlay von den Mitgliedern ausgetauscht werden. Auch wenn mein Kollege nicht selbst den Inhalt generiert, könnte er damit konfrontiert werden, dass über sein kreatives Produkt Inhalte zur Verfügung gestellt werden, die einer ethischen Richtlinie widersprechen. Darf er ein offensichtlich kinderpornografisches Motiv in seiner Community tolerieren? Darf er es aus dem System verbannen oder widerspricht er damit dem Grundsatz der freien Meinungsäußerung? Der Fall Kinderpornografie scheint dabei recht eindeutig, aber ethische Grauzonen in künstlerischer Darstellung gibt es zuhauf. Auf jeden Fall trägt er die Verantwortung dafür was mit seinem Kind passiert. Damit steht in der Verantwortung des Gestalters ein weiterer Aspekt:

2. Entscheidung zwischen Zensur und freier Meinungsäußerung

Und schließlich meine ich noch einen dritten Aspekt ausfindig gemacht zu haben. Er ist wie der erste Punkt keine direkte Folge der medientechnologischen Entwicklungen der letzten Jahre, wird durch die einfachere Reproduzierbarkeit unserer Produkte jedoch verschäft: Als professionelle Gestalter haben wir auf der einen Seite das Interesse von den Resultaten unserer Gestaltung leben zu können, also Geld einzunehmen mit den Produkten, die wir gestalten. Die klassische Methode, dies zu erreichen stellt den Verkauf der Urheberrechte dar. Auf der anderen Seite müssen wir erkennen, dass jede unserer Gestaltungen ein Beitrag zum Kulturgut der Menschheit ist, zu dem jeder Mensch ein Recht hat Zugang zu erhalten. Den Konflikt hat Lawrence Lessig in einer Rede gut, wenn auch wertend, herausgearbeitet: Walt Disney hat sich aus dem kreativen Gut der Gebrüder Grimm reichhaltig bedient ohne einen Cent zu bezahlen – schließlich ist das Werk der Brüder allgemeines Volksgut. Die Werke der The Walt Disney Company stehen ihreszeichens unter Copyright, was bedeutet, dass die Gebrüder Grimm eine Stange Geld dafür zahlen müssten um eine Filmszene als Cover für eine Neuauflage der Bücher zu verwenden. Deswegen fordere ich als dritten Aspekt der Verantwortung des Gestalters:

3. Gleichgewicht zwischen monetären Interessen und Beitrag zum Kulturgut

Diese kleine Liste ist wahrscheinlich nicht vollständig. Gibt es Meinungen da draußen, welcher Aspekt noch fehlt? Oder habe ich mich verschätze mit meiner Ansicht? Ich freue mich über Meinungen.

diplomieren ist schwer

Jeden der letzten fünf Tage habe ich angefangen mit der Hoffnung anstehende Aufgaben zu erledigen um tagesabschließend an meinem blog zu arbeiten. So richtig schön ist er noch nicht und voller könnt’ er auch sein. Die Aufgaben des Tages wurden dadurch geprägt, dass am Mittwoch die Themenausgabe der Diplomarbeit ansteht. Der Termin markiert die offizielle Bearbeitungszeit des Diploms. An spätestens diesem Tag wollte ich mit der Recherche durch sein und mit den von mir angekündigten Gestaltungsexperimenten beginnen. Gleichzeitig ist es auch der Tag an dem der endgültige Titel der Arbeit festgelegt wird.

„Wie jetzt endgültig?“

Der Titel, den ich MIttwoch angebe, wird auf meinem Diplomzeugniss stehen. Das Dokument, dass ich in Kopie einem möglichen, zukünftigen Arbeitgeber zukommen lass. Dieser Termin hat mich in Unsicherheit gestürzt. Ich bin – natürlich – mit meiner Arbeit noch nicht so weit, wie ich zu diesem Zeitpunkt sein wollte. Einen Titel für die Arbeit hab ich auch noch nicht. Auf den mag ich mich auch nicht festlegen, schließlich weiß ich noch nichtmal wie die Arbeit genau aussehen wird. Und damit sind wir beim größten Problem. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Experimente, die momentan als Ideen im Raum stehen, sowohl genug Innovationscharakter haben als auch von mir in einer angemessenen Qualität zum Abschluss gebracht werden können.

Deswegen habe ich einen Großteil der letzten Tage darauf verwandt, die Arbeit neu zu gewichten: Weniger Experimente sollte sie haben, dafür umso mehr die Faszination der Turing-Galaxis darstellen. Das Thema „Turing-Galaxis“ sollte Inhalt der Arbeit werden, aufbereitet  um möglichst viele Menschen zu faszinieren. Blöderweise habe ich in meinem Hemdärmel auch kein ausgereiftes Konzept, wie letzteres umzusetzen/darzustellen sei. Das verunsicherte mich, ob eine Neugewichtung überhaupt sinnvoll sei.

Jetzt sitz ich hier vor meinem Rechner und weiß nicht recht was ich mit dem Thema mache, an dem ich seit Monaten recherchiere? Experimente? Theoretische Aufarbeitung? Die ganze Sache in die Tonne treten und von vorn anfangen mit einem anderen Thema? Junge, ich beginne echt an mir zu zweifeln.

Zum Glück hab ich Freunde, die vor mir durch das Diplomtal gegangen sind. Von denen habe ich erfahren, dass genau diese Zweifel am eigenen Fortschritt Teil jeder Diplomarbeit sind. Das beruhigt mich, gibt jedoch keine Antwort. Denn leider ist keiner dieser Freunde Gestalter. Von Erfahrungen, die meine Kommunikationsdesign-Kollegen während ihres Diploms gemacht habe, habe ich bisher sehr wenig gehört. Schade. Ließt zufällig jemand diesen Blog, der ein K-Design Diplom in der Tasche hat? Wie ging’s euch als es losging? Wie lautet der offizielle Titel eurer Arbeit? Macht der Titel überhaupt einen Unterschied. Und was zur Hölle mache ich mit meinem Thema?

die Geschichte von tausend und einem Fan

Den Kopf auszulüften war eine gute Idee. So konnte mich Kevin Kellys Idee über die Vorteile von 1000 wahren Fans begeistern motivieren wie Applaus einen Schauspieler auf der Bühne.

Unter einem wahren Fan versteht er dabei jemanden, der jede Neuigkeit über einen bestimmten Künstler aufsaugt, alle seine Werke auswendig kennt, weite Fahrten zu dessen Ausstellung/Konzert/… in Kauf nimmt und die Weapons-Grade Plutonium-Edition eines Albums kauft, obwohl er die Songs umsonst bekommen kann. 1000 wahre Fans, so Kevin, reichen einem Künstler aus, um seinen Lebensunterhalt mit seiner Kunst zu verdienen. 1000 wahre Fans zu erhalten, heißt aber auch, täglich mit Ihnen in Kontakt zu treten, in welcher Form auch immer. 1000 wahre Fans seien zu wenig, sagen die einen. 1000 wahre Fans seien zu viel, sagen die anderen. Meiner Nase nach sollen sie über die genaue Anzahl streiten. Kevin relativiert diese Zahl in seinem Beiträg selbst, die Zahl sei ein Annäherungswert und zähle nur für eine Person, eine Band von zwei Mitgliedern brauche schon doppelt so viel, ein Manager zählt in diesem Sinne als zusätzlicher Künstler, die Zahl variiert für verschiedene Bereiche der Kunst, …

Die Rechnung ist offensichtlich zu einfach um einer betriebswirtschaftlichen Untersuchung stand zu halten. Der gesamte Text hat mich dennoch aus verschiedenen Gründen motiviert:
erstens Kevin beschreibt eine wirtschaftliche Nische zwischen Top100-Hit und Bedeutungslosigkeit, in der Künstler überleben können. Dabei muss dieser wesentliche Teile seiner Zeit für den Kontakt mit seinen Geldgebern verwenden, hat dafür aber die Möglichkeit frei von Verträgen seine Kunst zu machen.

zweitens Normalerweise finden sich in Texten über die Vermarktung von Kunst ausschließlich Beispiele aus dem Bereich der Musik. Kevin schreibt auch von Fotografen und darstellenden Künstlern und deren Beziehung zu Galeristen.

drittens Er spricht allerdings immer von Artisans, Künstlern, nicht von Designern. Eine der großen Unterschiede von Kunst und Design ist offensichtlich die Art, auf der beide Berufsgruppen ihre Geld verdienen. Designer geben sich nicht wie Künstler mit dem direkten Verkaufsverhältniss zum Endkunden ab, sondern scheinen ausschließlich b2b zu betreiben.

und Franzosen, Italiener, Portugiesen, Spanier, Japaner und Juden interessieren sich für die Thematik so sehr dass sie den Text freiwillig in ihre Sprache übersetzen. Deutsche nicht.

Jetzt wo ich motiviert bin, kann das Weiterarbeiten beginnen. Zum Schluss sei dem Wunderer über die Gründe des langen Ausfalls neuer Beiträge gesagt: Ich war im Urlaub. In einer der letzten Ecken Europas, die nicht über einen dauerhaften Internetanschluss verfügen. In diesem Sinne,

Ciao Belissimi!

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